Im Winter, im Berufsverkehr. Klirrend kalter Ostwind, Außentemperaturen wie in Sibirien. Geblendet von der Sonne. Durchgeschwitzt trotz eisiger Kälte. Er stand an der größten Kreuzung seiner Ex-Geliebten-Heimatstadt. Er stand bei Rot vor der Ampel. Eine Ampel die in jeder Grünphase exakt nur zwei Wagen vorbei lies. Eine Ampel die ihn fast auf die Palme brachte, weil sie ganz schnell wieder auf Rot sprang. Ihm war heiß. Ihm war so heiß als säße er mitten in der Wüste. Sahara-Hitze im November.
Hitze im Innenraum seines klitze kleinen Kleinwagens. Er versuchte die defekte Heizung abzustellen. Er versuchte die abartigen Geräusche des Gebläses zu übertönen, indem er das Radio lauter stellte. Die Lautsprecher schräbbelten nun noch lauter als vorher. Und noch sehr viel lauter als das Schräbbeln der Lautsprecher rappelte und quietsche nun das Gebläse der defekten Heizung.
Er kurbelte das Seitenfenster herunter und streckte den Kopf in die kühle, abgasverseuchte Luft. Er beobachtete wie eine Mutter mit ihrer kleinen Tochter an der Hand, entlang dem Straßenrand über den Bürgersteig gingen. Das Kind sang Lauthals mit einer Quietsche-Enten-Quietsche-Stimme das Titellied der Gummibärenbande :
„Mutig und freundlich,
so tapfer und gläubig,
fröhlich und frech,
kämpfen sie auch für DICH.
Leben im Wald
unter Bäumen und Steinen,
in ihren Höhlen,
da sind sie zu Haus.
Gummibären,
hüpfen hier und dort und überall,
sie sind für DICH da wenn du sie brauchst,
das sind die Gummibären.
[...]"